„Die Bayern kommen“

Montag, 3. August 2015

So lautete eine Folge der in den 1990ern ausgestrahlten Fernsehserie „Ein Bayer auf Rügen“. Und es ist richtig: 41 Wallfahrer machten sich in der letzten Juniwoche auf den Weg zur größten deutschen Insel, direkt vor Stralsund in der Ostsee gelegen. Unter der routinierten Busbegleitung von Friedrich Göhl kamen die KLBler wohlbehalten am anderen Ende der Republik an, liegen doch immerhin mehr als 1.000 Kilometer zwischen dem Süden unserer Diözese und Rügen. Die sieben Tageswanderungen führten an alle Ecken der Insel sowie auf das benachbarte Hiddensee. In einzelnen Statios und Gottesdiensten wurden unterschiedliche Facetten des Evangeliumstextes „Denn das Haus war auf Fels gebaut“ beleuchtet. Annemarie Grätsch stellte dabei ihr Können sowie die Flexibilität, sich auf Wetter und Weg einstellen zu können, eindrücklich unter Beweis.

Da verwundert es nicht, dass die Stimmung in der Gruppe immer gut war und es daheim so manches zu berichten gab: Von der unverhofften nächtlichen Turmbesteigung in der kürzesten Nacht des Jahres. Von der Hofbesichtigung bei Landwirt Habben, der nicht nur seinen Fuhrpark zentimetergenau einparkt. Von der Unerschrockenheit mancher, im nicht einmal 15 Grad kalten Wasser zu baden. Überhaupt von dem Wetter, das uns mehrfach mit düsteren Wolken und Wind gedroht und uns doch nur einmal so richtig nass gemacht hat. Von einem eindrücklichen Störtebeker-Theaterabend unter freiem Himmel: „Nur wer die Wahrheit in sich trägt und Gottes Liebe spürt, der irret nicht und sieht den Weg, der ihn zum Glauben führt.“ Von dem Irrsinn des Dritten Reiches, das in Prora eine Ferienanlage für 20.000 Menschen bauen wollte und dessen Überreste bis zum heutigen Tag mahnen. Von den diversen Einkehren in wirklich interessanten Lokalitäten an freier Luft, unterm Dach oder im Wintergarten zu Fisch oder Kaffee und Kuchen. Von der beeindruckenden 360 Grad-Aussicht vom 66m hohen Bakenberg, wo der Westallgäuer Christof feststellt: „Wenn drumrum nix isch, naucha duat’s des au!“.

Die Fahrt, die von Marcus Öfele organisiert und auch begleitet wurde, fand allseits Zustimmung und so ist manche/r gespannt, wo denn in zwei Jahren die Reise hingehen könnte. Wie sagt der Bayer (nicht nur auf Rügen)? „Schau mer mal…“

Marcus Öfele

Schilderwald auf Rügenfahrt

Tage der Orientierung? Oder besser: Wo geht es hier raus?